ANGER & REFLECTION - 07.03.2003 - Witten - “Haus der Jugend”

Als ich am Abend des Konzerts im “Haus der Jugend” eintraf, spielte schon die erste Formation REFLECTION, so dass ich nur noch die beiden Zugaben der Band, die guten, alten traditionellen Thrash Metal der Achtziger spielten, mitbekam. Aufgrund der Resonanz des mit ca. 100 Leuten gefüllten Saals, musste man vermuten, dass sie ihre Sache außerordentlich gut gemacht hatten. Nach einer kurzen Umbaupause kamen dann ANGER!

Vocalist-/Gitarrist Markus “Bomber” Draeger kündigte als erstes an, dass er eine tierische Grippe habe und das die Leute in der ersten Reihe mit Gräten in ihren Headbanger-Matten rechnen müs- sen. Nach dem dieses nun geklärt war, knallten uns die Jungs mit “Broken And Bleeding” als Er- öffnungs-Song sofort ein neues Stück um die Ohren, welches voll auf die Nuss knallte! Gesteigert wurde dieser Kracher sofort mit dem zweiten Song “One Step Behind” - mein klarer Favorit von al- len neuen Songs der Band. Das Publikum ging hervorragend mit, und die Band spielte sich förm- lich in einen Rausch. Ich kann euch sagen, ANGER-Gigs sind eine Offenbarung, denn die Band weiß voll zu überzeugen, gut eingespielt und mit einem Frontmann, der seine Sache gut versteht.

Aber auch der Rest der Band sind exzellente Musiker an ihren Instrumenten! Beim Schlagzeug- spiel von Rolf Ittner könnte man glatt meinen, Mickey Dee (MOTÖRHEAD) säße an der Schieß- bude - so geil knallt er in die Felle! Doch auch Thomas Bohe (Bass) und Axel Schunder (Keys) sind nicht minder schlecht. Leider hatte der Mann an den Mischpult-Reglern etwas gegen einen total überzeugenden Gig der Wittener, denn er war den ganzen Abend nicht in der Lage, einen für ANGER perfekten Sound zu kreieren. Dies musste leider Axel an den Keys am brutalsten erfah- ren. Mal waren die Keys zu laut, mal gar nicht zu hören - aber ANGER meisterten diesen Mangel mit Bravour und zeigten dem “Dilettanten” am Mischpult, wozu eine geile LIVE-Band fähig ist.

Kurz vor Ende des Gigs kam die absolute Mega-Hymne “A God Forgotten Child”, und die Anwe- senden im Saal (mich eingeschlossen) waren nun restlos mit gutem Metal bedient worden! Wer dachte, dass sie jetzt nicht mehr in der Lage wären die Stimmung noch mal zu toppen, sah sich getäuscht, denn der Zugabenteil hatte es in sich. Erst kam der Song “Amok” und als i-Tüpfelchen der Rausschmeißer “Motörhead”! Nach ca. 70 Minuten war ein Meilenstein-Gig von ANGER zu Ende und “Bomber” zeigte trotz Grippe eine tolle Leistung, die seinem Namen alle Ehre machte. Die Weltstadt Witten hat nach einem guten Jahrzehnt - und nach RISK - endlich mal wieder eine Band, die das Zeug zum großen Wurf hat. Saugutes Konzert! Für´s nächste Mal vormerken!
(Kai - 03/2003)

Bomber
Bomber
Rolf
Rolf
Thomas
Thomas
Bomber
Axel
Bomber

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